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angedacht
zum 1. Advent
 
 
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Eben habe ich mich dabei ertappt, da habe ich es wieder gedacht, das Wort „Vorweihnachtszeit“. Ein ganz schön holpriges Wort, das wir uns da ausgedacht haben, Vor-Weihnachts-Zeit. Dabei gibt es schon ein viel kürzeres, griffigeres Wort für genau den selben Zeitraum: Advent.

Wie so oft, unsere Sprache verrät uns. Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit, in der wir das Weihnachtsfest vorbereiten, wir kaufen Geschenke, backen Plätzchen, wir denken über Speisefolgen nach, planen den Besuch bei Oma und Opa. Es geht hektisch zu, in dieser Vorweihnachtszeit, denn schließlich muß pünktlich am 24. abends alles eingekauft, gebastelt, verpackt, beschriftet, geregelt und vorbereitet sein.

Ganz anders der Advent. Auch eine Zeit der Vorbereitung, ja, aber eine ganz andere. Es sind die vier Wochen im Jahr, in denen wir in Gedanken so tun, als wäre Jesus (noch) nicht geboren. Vier Wochen, in denen wir uns vorstellen, wie wir wohl ohne Jesus daständen. Wie unser Leben wäre, ohne das Kind in der Krippe, den Erlöser am Kreuz. Ein Leben, in dem mit Gott nichts geklärt ist. Ein Leben, an dessen Ende ein strafender Gott auf uns wartet, der uns für alle unsere Fehler zur Rechenschaft zieht.

Ja, auch vor Jesu Geburt gab es Hoffnung, deshalb wird im Advent oft über Texte aus dem Ersten Testament gepredigt, die nach christlicher Ansicht auf Jesu Kommen hinweisen. Aber was ist so ein Hinweis, eine Ankündigung, dazu noch mit vagen Terminangaben, irgendwann in der Zukunft?
Seit dem Heiligen Abend vor ungefähr 2010 Jahren geht es für uns nicht mehr um eine vage Ankündigung, sondern Jesus, der Messias, der Christus, ist da. Wir leben in seiner Gegenwart. Die Adventszeit gibt uns Gelegenheit, darüber nachzudenken, was uns das bedeutet.

„Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.“ (Römer 6,1-2)
 
Georg Litty, 28.11.2010